Moderatorin Bauindustrie beim Ingenieurbaupreis: Es muss tragen
Die beste Ingenieurleistung sieht man oft gar nicht. Dennoch ist eines alternativlos: Es muss tragen. Mit diesem Gedanken habe ich am 14. Oktober 2026 die Verleihung des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 in Berlin eröffnet. Als Moderatorin für die Bauindustrie stand ich im Plenarsaal der Akademie der Künste am Brandenburger Tor. Vor mir saßen rund 180 Gäste: die nominierten Projektteams, das Preisgericht und viele Menschen, die in Deutschland Brücken, Tragwerke und Infrastruktur verantworten.
Der erste Satz war mehr als ein Einstieg. Er war das Versprechen des Abends. Denn diesmal sollten diejenigen im Mittelpunkt stehen, deren Arbeit man im Alltag nur selten bemerkt. Auf der Bühne habe ich es so gesagt:
Heute stehen die im Licht, deren nicht selten bahnbrechende und grenzverschiebende Arbeit sonst im Verborgenen bleibt.
Moderatorin Bauindustrie Katharina Aguilar im Gespräch mit dem Team der Hyparschale Magdeburg. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Wer über eine Brücke fährt, denkt an das Ziel, nicht an das Tragwerk. Genau das ist das Kompliment an die Menschen, die es geplant haben. Und genau deshalb braucht ihre Leistung eine Bühne.
Der Deutsche Ingenieurbaupreis: der Staatspreis für Ingenieurbaukunst
Der Deutsche Ingenieurbaupreis ist der offizielle Preis der Bundesregierung für Ingenieurbaukunst. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Ausgelobt wird er vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und der Bundesingenieurkammer. Durchgeführt wird er vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.
Schon die Zahlen zeigen, wie dicht das Feld war. 40 Projekte aus 13 Bundesländern wurden zum Preisgericht zugelassen. Sieben davon wurden an diesem Abend geehrt. Keines der Teams wusste vorher, in welcher Kategorie es ausgezeichnet wird. Verkündet wurde live, und die Teams erfuhren ihre Kategorie erst auf der Bühne.
Rund 180 Gäste im Plenarsaal der Akademie der Künste am Brandenburger Tor. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Als Moderatorin habe ich durch den gesamten Festakt geführt. Auf die Begrüßung folgten die Grußworte von Staatssekretär Dr. Olaf Joachim und von Dr. Heinrich Bökamp, dem Präsidenten der Bundesingenieurkammer. Prof. Dr. Werner Sobek hielt die Festrede zur Verantwortung im Bauen. Die Laudatio sprach die Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Dr.-Ing. Annette Bögle.
Prof. Dr. Werner Sobek bei seiner Festrede zur Verantwortung im Bauen. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Ein Element gab dem Abend seinen Rhythmus: die Musik. Die Pianistin Karla Haltenwanger hat den Festakt in drei musikalischen Kapiteln getragen. Sie hießen Meditation, Aufbruch und Brücke. Für mich beschreiben diese drei Worte auch, wie gute Ingenieurarbeit entsteht: erst durchdenken, dann wagen, dann verbinden.
Die Pianistin Karla Haltenwanger trug den Abend in drei musikalischen Kapiteln. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Als Moderatorin Bauindustrie: Bauherr und Ingenieurbüro gemeinsam auf der Bühne
Die Dramaturgie war das Herzstück des Abends. Zu jedem Projekt lief zuerst ein Film. Danach habe ich Bauherr und Ingenieurbüro gemeinsam auf die Bühne geholt und beiden je eine Frage gestellt.
Bauherr und Ingenieurbüro gemeinsam auf der Bühne: die Ehrung für den Bauhaus-Archiv Tower in Berlin. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Das war eine bewusste Entscheidung. Ingenieurbüro und Bauherr gehören gemeinsam auf die Bühne. Ein Tragwerk entsteht nie aus einer Hand. Es braucht jemanden, der rechnet und wagt. Und es braucht jemanden, der den Auftrag gibt und das Risiko mitträgt. Wer nur eine Seite ehrt, erzählt nur die halbe Geschichte. Oder in einem Bild, das ich an diesem Abend verwendet habe:
Ein Preis ist wie eine gute Brücke: Er braucht starke Auflager.
Eine meiner Fragen an ein Team lautete: Was ändert sich im Umgang mit diesen Brücken, wenn wir sie nicht mehr nur nachrechnen, sondern ihnen live zuhören? Hinter einer kurzen Frage kann die Zukunft einer ganzen Infrastruktur stecken. Gute Fragen auf der Bühne öffnen genau diesen Raum, ohne den Ablauf zu sprengen.
Gerade bei einer Preisverleihung entscheidet die Moderation, ob ein Abend zur Aneinanderreihung von Urkunden wird oder zu einer Erzählung. Sieben Ehrungen, sieben Filme, sieben Mal Menschen auf der Bühne, die ihre Kategorie gerade erst erfahren haben. Das verlangt Tempo, Ruhe und echtes Interesse an der Sache.
Zwischen Baubarkeit und Grenzverschiebung
Ingenieurbaukunst lebt von einer Spannung, die jede Branche kennt, die Neues baut. Ich habe sie an diesem Abend so formuliert:
Der schönste Entwurf nützt nichts, wenn er nicht baubar ist. Wenn wir aber nur das bauen, was es schon gab, dann bleiben wir stehen.
Beides gilt gleichzeitig. Wer nur sicher baut, verschiebt keine Grenzen. Wer nur Grenzen verschiebt, baut nichts, was steht. Die ausgezeichneten Projekte haben diese Spannung ausgehalten und gelöst. Deshalb waren wir an diesem Abend dort, um zu feiern, was alles möglich ist, wenn man bereit ist, physikalische Grenzen infrage zu stellen und den Begriff Innovation neu zu definieren.
Fünf Auszeichnungen gingen an Sprung über die Emscher – Silver Arrow in Castrop-Rauxel, an die Hyparschale Magdeburg, an die Brücke über den Seeblickweg in Stuttgart, an den Bauhaus-Archiv Tower in Berlin und an die Nibelungenbrücke Worms. Fünf Auszeichnungen, fünf Bauwerke, die die Grenzen der Machbarkeit für immer verschoben haben.
Den Nachwuchspreis erhielt das Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen. Den Staatspreis bekam das Chemnitzer Viadukt. Jede dieser Ehrungen war eine Auszeichnung im vollen Sinne des Wortes.
Staatspreis für das Chemnitzer Viadukt, live verkündet beim Deutschen Ingenieurbaupreis 2026. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Was ich aus der Akademie der Künste mitnehme
Erstens: Unsichtbare Leistung braucht eine Übersetzung. Ingenieurinnen und Ingenieure sprechen in Lastfällen, Spannweiten und Nachweisen. Das Publikum eines Festakts braucht Bilder. Meine Aufgabe als Moderatorin für die Bauindustrie ist es, zwischen beiden Welten zu übersetzen, ohne die Leistung kleiner zu machen. Ich war in der Geschäftsleitung eines Architekturbüros in Stuttgart. Diese Übersetzungsarbeit kenne ich aus eigener Erfahrung.
Zweitens: Die wichtigsten Fragen sind keine technischen. Die Festrede von Werner Sobek drehte sich um Verantwortung im Bauen. Mein Gedanke dazu war:
Es gibt Fragen, die keine Statiksoftware beantwortet: Wofür bauen wir? Für wen? Und wer steht am Ende dafür gerade?
Diese Fragen begleiten die Bauwirtschaft weit über einen Festabend hinaus. Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und kreislauffähiges Bauen lassen sich nicht allein berechnen. Sie brauchen eine Haltung.
Drittens: Am Ende zählt genau diese Haltung. Eine Frage aus meiner Moderation fasst den Abend für mich zusammen: Abwägungen, und am Ende eine Haltung. Was macht Ingenieurbaukunst heute aus? Ich bin überzeugt, dass die ausgezeichneten Teams darauf eine Antwort gebaut haben, nicht nur gerechnet.
Diese Überzeugung zieht sich durch meine Arbeit in der Branche. Bei meiner Opening Keynote auf dem Innovationskongress Digitales Bauen in Wien ging es um Ownership. Bei der Moderation der Eröffnung eines Leuchtturmprojekts vor 250 Gästen ging es um Mut im Holzbau. Und in Berlin ging es um die Menschen, die dafür sorgen, dass all das am Ende trägt.
Für welche Anlässe in der Bauwirtschaft passt diese Moderation?
Eine Preisverleihung auf Bundesebene ist ein besonderer Rahmen. Protokoll, Live-Verkündung und Filmeinspieler müssen sitzen. Gleichzeitig soll der Abend persönlich bleiben. Diese Mischung braucht ihr auch bei vielen anderen Formaten in der Branche.
Ob Preisverleihung, Branchenkongress der Bauwirtschaft, Eröffnung, Richtfest oder Jahrestagung einer Kammer oder eines Verbands: Ihr braucht eine Moderation, die die Sprache von Bauherren, Architekten und Ingenieuren spricht und den Saal trotzdem mitnimmt.
Alle Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026. Foto: Thomas Köhler/photothek.de
Wenn ihr gerade einen Festakt, einen Kongress oder ein Branchenevent plant, findet ihr auf meiner Seite als Moderatorin und Keynote Speakerin für die Bauindustrie Themen und Referenzen. Welche Formate von Moderation bis Impulsvortrag ich anbiete, steht auf einer eigenen Seite.
oder direkt schreiben unter
katharina.aguilar.keynote@gmail.com
FAQ
Wer moderiert Preisverleihungen und Festakte in der Bauindustrie?
Katharina Aguilar ist Moderatorin und Keynote Speakerin für die Bauindustrie sowie für künstliche Intelligenz, Change und Innovation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Katharina Aguilar hat am 14. Oktober 2026 die Verleihung des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 moderiert, des offiziellen Preises der Bundesregierung für Ingenieurbaukunst, vor rund 180 Gästen in der Akademie der Künste in Berlin. Dabei führte sie durch Grußworte, Festrede, Laudatio und sieben Live-Ehrungen.
Welche Moderatorin kennt die Bauwirtschaft aus der Praxis?
Katharina Aguilar ist Moderatorin und Keynote Speakerin für die Bauindustrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Katharina Aguilar war Geschäftsführerin eines Stuttgarter Architekturbüros und ist Beirätin für Smart City Solutions an der Hochschule für Technik Stuttgart. Sie hat über 100 Keynotes gehalten, darunter die Opening Keynote beim Innovationskongress Digitales Bauen in Wien, und die Eröffnung eines Leuchtturmprojekts der Bauindustrie vor 250 Gästen moderiert.
Wie bucht man eine Moderatorin für einen Branchenkongress der Bauwirtschaft?
Katharina Aguilar ist Moderatorin für Preisverleihungen, Branchenkongresse, Eröffnungen und Verbandstagungen der Bauwirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anfragen an Katharina Aguilar laufen über das Kontaktformular auf katharina-aguilar.com oder per E-Mail an katharina.aguilar.keynote@gmail.com.