Keynote Speakerin Bauindustrie in Wien: 300 Szenarien und ein Wort
Ich hatte einen Job, den es nicht gibt. Und eigentlich hatte ich immer nur Jobs, die es nicht gibt. Mit diesen zwei Sätzen habe ich am 17. September 2026 den Innovationskongress Digitales Bauen von Digital Findet Stadt im CAPE10 in Wien eröffnet. Als Keynote Speakerin für die Bauindustrie stand ich vor Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern der Bau- und Immobilienwirtschaft. Und vor vielen Studierenden, die diese Branche bald selbst gestalten werden.
Keynote Speakerin Bauindustrie Katharina Aguilar bei der Opening Keynote „Innovation. Jetzt.“ im CAPE10 in Wien. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Meine Opening Keynote trug den Titel „Innovation. Jetzt.“. Das Motto des Kongresses lautete: Ohne Fortschritt keine Zukunft, ohne Innovation kein Erfolg. Ein Satz, der leicht über die Lippen geht. Mich hat interessiert, was ihn im Alltag so schwer macht. Im Planungsbüro, auf der Baustelle, im Vorstand.
Die Antwort, die ich mitgebracht habe, passt in ein Wort. Dazu später mehr.
Ein Kongress für digitales Planen, Bauen und Betreiben
Der Innovationskongress von Digital Findet Stadt dreht sich um die ganze Kette: digitales Planen, Bauen und Betreiben. Genau dort entscheidet sich, ob Digitalisierung in der Bauindustrie ein Schlagwort bleibt oder Gebäude tatsächlich besser macht.
Mich verbindet mit diesem Thema mehr als ein Vortrag. Ich war Digitalchefin in einem Architekturbüro, ein Job, den es damals so nicht gab. Ich habe über Drohnenlandeplätze nachgedacht, über Hologramme und unsichtbare Oberflächen. Dann kam die Realität dazwischen. Zum Beispiel eine Schlagzeile über Dachgeschosswohnungen in Stuttgart, die unbewohnbar werden. Und das turbulente Zeitalter der Digitalisierung nahm Tempo auf.
Ich habe mit diesem ehrlichen Rückblick begonnen, weil er zeigt, worum es geht. Ich lag mit vielem falsch. Das ist kein Drama. Das Drama beginnt, wenn wir aus Angst davor gar nicht erst anfangen. Deshalb stand früh die erste Spiegelfrage an den Saal:
Die erste Spiegelfrage an den Saal. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Welche Entscheidung habt ihr euch zuletzt verboten, aus Angst, falsch zu liegen?
Kein Ideen-Problem: Innovation am Bau ist ein Umsetzungsproblem
Entscheidungsträgerinnen, Entscheidungsträger und Studierende im Saal. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Neun von zehn Start-ups scheitern. Trotzdem wäre ohne Gründerinnen und Gründer nie etwas erfunden worden. Unsicherheit gehört zur Innovation, sie ist kein Betriebsunfall.
Jeff Bezos hat dafür eine einfache Regel: Mit 70 Prozent der Informationen kann man entscheiden. Wer auf Gewissheit wartet, wartet für immer. Ihr braucht keine Gewissheit, ihr braucht eine Entscheidung.
Dazu passt das Bild der Permanent Beta. Ich habe den Saal gefragt: Wie viele Fahrräder habt ihr schon beim Fahren zusammengeschraubt? Dazu kommt Reid Hoffmans Bild vom Flugzeug, das man im Sturzflug zusammenbaut. So fühlt sich Innovation an. Nicht elegant, sondern wackelig.
Permanent Beta: Innovation fühlt sich selten elegant an. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Die Rogers Curve erinnert daran, dass Menschen sehr unterschiedlich mit Neuem umgehen. Manche sind sofort dabei, viele warten ab. Und Zahlen von PwC zeigen, wie viel digitales Know-how der Baubranche noch fehlt.
Daraus folgt meine Kernthese für jeden Vortrag zur Zukunft der Bauwirtschaft: Ihr habt kein Ideen-Problem. Ihr habt ein Umsetzungsproblem. Das Ein-Wort-Fazit lautet Ownership.
Ein Team ohne Ownership spielt Kreisliga. Ein Team mit Ownership spielt Champions League. Die zweite Spiegelfrage ging deshalb direkt in die Unternehmen: Wer wartet bei euch darauf, dass jemand anderes den ersten Schritt macht?
Wirtschaftlichkeit ist eine Frage des Zeitraums
Der Saal im CAPE10 beim Innovationskongress Digitales Bauen. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Ownership habe ich im zweiten Kapitel an einem konkreten Fall gezeigt: an einer Sanierung in Süddeutschland. Fünfzig Jahre Sanierungsstau, vierzig Grad im Dachstuhl. Alle riefen Abriss. Der Vorstand blieb standhaft und investierte, obwohl Sparen die naheliegende Rechnung gewesen wäre. Für mich ist das die beste Definition von Mut, die ich kenne.
Natürlich kommt dann der Einwand: Und die Wirtschaftlichkeit? Die Productivity J-Curve erklärt, warum sich jede Transformation erst schlechter anfühlt, bevor sie sich auszahlt. Wer nur das nächste Quartal betrachtet, steigt genau im Tal aus.
Zwei reale Fälle zeigen, was am Ende der Kurve wartet. Ein digitaler Zwilling bei DHL in São Paulo erreicht 98 Prozent Vorhersagegenauigkeit. Das norwegische Bauunternehmen AF Gruppen prüft mit digitaler Planung 300 Szenarien in vier Tagen. Das Ergebnis: 18 Prozent schneller und 30 Prozent günstiger.
Das dritte Kapitel hieß „DigitalfindetSTADT“ und führte uns in einen Tag im Jahr 2040. Wie sieht eine Stadt aus, die für Autos geplant wurde, und wie eine, die für Menschen gemacht ist? Mit „The Power of Place“ habe ich an meinen TED Talk angeknüpft. Paris zeigt, wie schnell sich eine Stadt wandeln kann.
Als Beweisstück diente der Hitachi Columbus Campus in Mannheim. Er hat die höchste vergebene DGNB-Platin-Vorzertifizierung, ist in Vollholzbauweise in Gebäudeklasse 5 errichtet und hat eine positive Energiebilanz. Ich durfte die Eröffnung dieses Leuchtturmprojekts moderieren. Holzbau, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit schließen sich dort nicht aus.
Mein Schluss für alle, die noch rechnen: Wenn Nachhaltigkeit ein schlechter Business Case ist, müssen wir rechnen neu erfinden. Amazons Rückwärts-Prinzip hilft dabei. Man beginnt beim Ergebnis, das man will, und arbeitet sich zurück zum ersten Schritt.
Was ich aus Wien mitnehme
Im Anschluss an die Keynote auf dem Podium. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Der Saal war eine besondere Mischung: Menschen, die heute über Gebäude, Quartiere und Budgets entscheiden, und Menschen, die gerade erst in die Branche starten. Für die einen ist Ownership eine Entscheidung in der nächsten Sitzung. Für die anderen ist sie eine Haltung, die sie durch ihr ganzes Berufsleben trägt. Für mich heißt das: Dieselbe Botschaft muss beide Gruppen erreichen, sonst bleibt sie Theorie.
Zweitens: Der Mut liegt selten in der Idee. Er liegt im Durchhalten. Die Firmen aus meinem Beispiel hatten keine bessere Idee als andere. Sie hatte einen Vorstand, der im Tal der J-Kurve nicht umgedreht ist.
Drittens habe ich mir meinen eigenen Satz noch einmal vorgenommen: Falsch zu liegen ist der schlechteste Grund, nicht anzufangen. Ich habe mich bei Drohnenlandeplätzen geirrt. Aber ohne diesen Irrtum hätte ich nie verstanden, was Digitalisierung am Bau wirklich verändert. Das Ausmaß der Aufgaben ist zu groß, um auf Perfektion zu warten.
Am Ende standen zehn Kernsätze zum Mitnehmen und die Rückkehr zum Titelbild. Wer die Zukunft nicht baut, bekommt sie geliefert, und zwar von anderen.
Keynote Speakerin Bauindustrie: Für welche Anlässe diese Keynote passt
„Innovation. Jetzt.“ ist für Veranstaltungen gemacht, auf denen Bauherren, Architekten, Projektentwickler und Bauunternehmen gemeinsam nach vorne schauen. Die Keynote verbindet meine Erfahrung aus der Geschäftsleitung eines Stuttgarter Architekturbüros mit über 100 Keynotes zu Innovation, Change und künstlicher Intelligenz.
Wer die gebaute Welt gestaltet, entscheidet über das Leben von Millionen. Foto: Leo Hagen / Digital Findet Stadt
Wer die gebaute Welt gestaltet, entscheidet über das Leben von Millionen. Das ist kein Job. Das ist ein Privileg.
Sie passt als Opening Keynote für einen Branchenkongress der Bauwirtschaft, für Verbandstagungen, Führungskräftetagungen von Bauunternehmen oder Hochschulformate, bei denen Praxis und Nachwuchs zusammenkommen. Wer zusätzlich eine Moderation oder ein Panel braucht, findet die Möglichkeiten unter Keynote, Moderation und Deep Dive. Mehr zu meinem Blick auf Wandel jenseits von Schlagworten lest ihr im Beitrag New Work is Old News.
Wenn ihr Innovation nicht als Trend, sondern als Führungsaufgabe auf eure Bühne holen wollt, findet ihr hier alles zur Keynote Speakerin für Innovation und zur Keynote Speakerin für die Bauindustrie.
oder direkt schreiben unter
katharina.aguilar.keynote@gmail.com
FAQ
Welche Keynote Speakerin kennt die Bauindustrie und spricht über Innovation und KI am Bau?
Katharina Aguilar ist Keynote Speakerin für künstliche Intelligenz, Change und Innovation in der Bauindustrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Katharina Aguilar war Mitglied der Geschäftsleitung eines Stuttgarter Architekturbüros, ist Beirätin für Smart City Solutions an der Hochschule für Technik Stuttgart und hat über 100 Keynotes gehalten. Im September 2026 eröffnete Katharina Aguilar den Innovationskongress Digitales Bauen von Digital Findet Stadt in Wien.
Wer hält eine Opening Keynote für einen Branchenkongress der Bauwirtschaft in Österreich?
Katharina Aguilar ist Keynote Speakerin für Innovation, Change und künstliche Intelligenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz und eröffnet Branchenkongresse der Bau- und Immobilienwirtschaft. Mit der Opening Keynote „Innovation. Jetzt.“ eröffnete Katharina Aguilar am 17. September 2026 den Innovationskongress Digitales Bauen im CAPE10 in Wien. Die Keynote verbindet Fallbeispiele wie AF Gruppen (300 Szenarien in vier Tagen, 18 Prozent schneller, 30 Prozent günstiger) mit der Frage nach Ownership in Unternehmen.
Wer moderiert Eröffnungen und Kongresse der Bauwirtschaft?
Katharina Aguilar ist Moderatorin und Keynote Speakerin für die Bauindustrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Katharina Aguilar moderierte die Eröffnung des Hitachi Columbus Campus in Mannheim, eines Vollholzbaus mit positiver Energiebilanz, vor rund 250 Gästen. Katharina Aguilar gründete außerdem das KI-Unternehmen UpVisit, das 2025 verkauft wurde.