KI-Keynote in der IT-Branche: Hunderte Talente und ein Deutschlandspiel

Wer für ein Event der Nachwuchstalente der IT-Branche eine Keynote Speakerin zu KI bucht, erwartet jemanden, die junge Menschen kurzweilig unterhält, bevor alle ins Wochenende starten. Wirklich zählt der Moment, in dem mehr passiert: ein Raum voller Menschen, die anfangen, über ihre nächsten 40 Berufsjahre nachzudenken. Der SUMMit der Hochschule Mainz war so ein Moment. Samstag im Hochsommer, Deutschlandspiel-Tag, und trotzdem saßen hunderte IT-Master voller Tatendrang im Saal. Und ich? Habe, bevor ich das Mikrofon in die Hand genommen habe, gespürt, dass wir nicht unendlich viele Chancen haben, jungen Menschen die wichtigsten Dinge für ihre Zukunft mitzugeben.

KI Keynote bei IT-Veranstaltung

Katharina Aguilar bei der Keynote für des IT SUMMit der Hochschule Mainz - dem Kongress für Nachwuchstalente in der IT-Branche (Foto: Michelle Schwamb)

Bevor ich auf die Bühne getreten bin, ist mir wieder aufgefallen, wie sehr sich ein Publikum aus jungen Menschen von einem Publikum aus Führungskräften unterscheidet. Hier leuchten die Augen anders. Hier passiert in kürzester Zeit spürbar mehr in den Köpfen. Hier erreicht man Herzen leichter, aber mit größerer Verantwortung.

Denn genau diese Talente werden für die nächsten 40 Berufsjahre mit dem leben müssen, was Künstliche Intelligenz gerade in der IT-Branche verändert. Deshalb wollte ich ihnen an diesem Nachmittag nicht nur AI-Geschäftsmodelle zeigen, sondern etwas Ehrlicheres mitgeben.

Wenn ein IT-Event den Nachwuchs prägt

Der SUMMit der Hochschule Mainz brachte an einem Samstag im Hochsommer 200 IT-Masterstudierende zusammen, obwohl am gleichen Tag ein Deutschlandspiel lief. Eingeladen hat mich Stefan Hörhammer von der Medialine Group, mit der ich immer wieder gerne gemeinsame Sache mache.

Meine Keynote trug den Titel "Fuck AI, KI ist die Zukunft" und drehte sich um eine Frage, die genau diese Studierenden betrifft wie kaum eine andere Zielgruppe: Was macht Künstliche Intelligenz mit uns, als diejenigen, die jetzt und für die nächsten 40 Berufsjahre alles richtig machen und den ganzen Wandel überstehen müssen?

Als Keynote Speakerin für die IT-Branche ist genau das mein liebstes Format: kein Vortrag über abstrakte Trends, sondern ein ehrlicher Blick auf das, was junge Tech-Talente in den nächsten Jahrzehnten ihrer Karriere in der Softwareentwicklung und IT wirklich erwartet.

Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz auf der Themenseite KI.

"Fuck AI, KI ist die Zukunft": Was ich den IT-Talenten in Mainz mitgegeben habe

Neben AI-Geschäftsmodellen und meinen eigenen Stories als Unternehmerin in der IT- und KI-Branche waren mir an diesem Nachmittag vor allem fünf Dinge wichtig, die weit über reines Fachwissen hinausgehen:

  1. Vergesst Egos, das eigene genauso wie das künftiger Chefs und Kolleg:innen.

  2. Unterschätzt niemals die Kraft der Technologie, aber überschätzt sie auch nicht.

  3. Seid mutig, seid größenwahnsinnig, seid diejenigen im Raum, die alle für verrückt halten und die dann zeigen, wie es geht.

  4. Übernehmt Verantwortung, wenn es sonst niemand tut.

  5. Und vergesst nicht, dass wir im Zeitalter der Zugehörigkeit leben, heute mehr als jemals zuvor. Niemand muss diesen Wandel allein durchstehen.

Gerade für Berufseinsteiger:innen in der IT-Branche ist das kein netter Nebensatz, sondern die eigentliche Überlebensstrategie. Wer heute in die Softwareentwicklung, ins Produktmanagement oder in ein IT-Unternehmen startet, wird die nächsten vier Jahrzehnte mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, nicht gegen sie. Genau diese Haltung, Technologie realistisch einschätzen statt zu verherrlichen oder zu fürchten, ist das, was ich aus meiner eigenen Gründerinnen-Geschichte mitgebracht habe.

Inhaltlich habe ich die Studierenden bewusst nicht mit Buzzwords, sondern mit Zahlen und Beispielen konfrontiert. Laut dem Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum entstehen weltweit 170 Millionen neue Jobs, während 92 Millionen wegfallen, und mitten in diesem Umbruch bleiben KI und Big Data die am schnellsten wachsende Fähigkeit bis 2030, noch vor Cybersicherheit und technologischer Kompetenz. Am Beispiel von Eudia, die für 42 Millionen Dollar den Legal-Service-Anbieter Johnson Hana übernommen und daraus nach eigener Darstellung die erste KI-verstärkte Anwaltskanzlei der Welt gebaut haben, habe ich gezeigt, wie schnell aus Angst vor KI ein neues Geschäftsmodell werden kann, wenn man sie versteht statt sie zu fürchten.

Ein zentrales Bild des Nachmittags war der Unterschied zwischen Konsument und Architekt: Der Konsument bedient ein Tool, der Architekt baut ein System. Der Konsument bewirbt sich auf einen Job, den es gibt, der Architekt erfindet den Job. Genau dieses Entrepreneurial Mindset habe ich mit einem Weltraum-Bild greifbar gemacht, das bei den Studierenden besonders hängen geblieben ist: Aufzubrechen zu einem Ziel, obwohl man das Raumschiff erst unterwegs baut, mit nur einer geringen Chance, wirklich anzukommen, und trotzdem loszugehen. Für eine Branche, in der Deutschland laut aktuellen Rankings zwar bei der Wissensgenerierung Weltspitze ist, bei der Kommerzialisierung aber nur Mittelmaß, war das die eigentliche Botschaft: Der Unterschied zwischen Konsumieren und Gestalten entscheidet über die eigene Zukunft in der IT-Branche mehr als jedes einzelne KI-Tool

Was ich aus dieser Keynote über die IT-Branche und ihre jungen Talente gelernt habe

Keynote Speakerin Katharina Aguilar live in Mainz auf dem IT-Summit - spricht zum Thema KI.

Katharina Aguilar bei der KI Keynote für IT-Nachwuchstalente (Foto: Michelle Schwamb)

Kurz zu mir: Ich bin Katharina Aguilar, Keynote Speakerin und Moderatorin im DACH-Raum. Meine Verbindung zur IT-Branche ist leidenschaftlich: Ich habe selbst ein KI-basiertes Softwareunternehmen mit Millioneninvestment und internationaler Wachstumsstrategie aufgebaut und 2025 verkauft. Davor habe ich neun Jahre in der Automobilindustrie an Zukunftstechnologien wie autonomem und vernetztem Fahren gearbeitet. Heute bringe ich diese Perspektive als Beirätin für Smart City Solutions an der Hochschule für Technik Stuttgart und auf Bühnen der IT- und Tech-Branche ein, als Keynote Speakerin für Künstliche Intelligenz, Innovation und Zukunft der Arbeit.

Wenn ich vor jungen Menschen spreche, macht das immer besonders viel mit mir. Dass an einem Samstag im Hochsommer, mit Deutschlandspiel am selben Tag, Hunderte IT-Studierende voller Tatendrang und Motivation im Saal saßen, hat mir noch einmal gezeigt, wie hungrig der Tech-Nachwuchs nach Orientierung ist, gerade wenn es um Künstliche Intelligenz und die eigene Karriere in der IT-Branche geht.

Es wurde aufmerksam zugehört, es gab nachdenkliche Gesichter und die Art von Stille, die entsteht, wenn ein Raum wirklich mitdenkt. Und das Wichtigste: Die beste Keynote vor jungen Menschen endet nicht nur mit Applaus, sie endet mit dem Gefühl, dass niemand im Raum allein mit seinen Zukunftsfragen zurückbleibt.

Ob IT-Kongress, Entwicklertagung oder Unternehmens-Kickoff der IT-Branche – jedes Format stellt andere Anforderungen an eine Rede

Wenn Unternehmen oder Hochschulen der IT-Branche einen Keynote Speaker buchen, denken viele zuerst an eine kurzweilige Unterhaltung zum Abschluss eines langen Tages. Das ist die Basis, und sie ist wichtig.

Aber was eine Keynote in der IT-Branche wirklich trägt, ist etwas anderes.

Die Menschen in der IT-Branche, ob Studierende, Entwickler:innen oder Führungskräfte, wollen nicht beschallt werden. Sie wollen verstehen, was Künstliche Intelligenz mit ihrer Arbeit, ihrer Karriere und ihren Geschäftsmodellen macht. Wer über KI-Geschäftsmodelle, Verantwortung und die eigene Haltung im Wandel spricht, tut das nicht im luftleeren Raum, er tut es vor Menschen, die genau diesen Wandel in den kommenden Jahrzehnten selbst gestalten müssen. Das ist Gewicht.

Ein Hochschul-Event braucht Energie und echte Nahbarkeit, gerade bei jungen Zielgruppen. Ein IT-Kongress braucht inhaltliche Schärfe und die Fähigkeit, komplexe KI-Themen zwischen den Panels lebendig zu halten. Eine Keynote wie beim SUMMit in Mainz braucht beides: den Moment, der ein Publikum an einem Samstag im Hochsommer im Saal hält, und die Substanz, die danach hängen bleibt.

Was all diese Formate verbindet: Das Publikum in der IT-Branche ist technikaffin und kritisch zugleich. Es besteht aus Menschen, die Buzzwords sofort durchschauen und die echte Substanz von Marketing-Sprech unterscheiden können. Wer diese Menschen erreichen will, muss ihre Sprache sprechen. Zum Beispiel, weil man selbst ein Unternehmen in genau diesem Umfeld aufgebaut hat.

Genau das bringe ich mit. Einen echten Hintergrund als KI-Unternehmerin, jahrelange Erfahrung an der Schnittstelle von Technologie, Innovation und Zukunft der Arbeit, und die Fähigkeit, auf einer Bühne Haltung zu zeigen, ohne die Kontrolle über den Raum zu verlieren. Der Ton einer Veranstaltung entsteht in den ersten 60 Sekunden. Ich sorge dafür, dass er stimmt.

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