Moderation in der Bauindustrie: 250 Gäste und ein Leuchtturmprojekt

Wer eine Moderatorin für die Bauindustrie sucht, erwartet jemanden, der Agenda und Mikrofon im Griff hat. Was er bekommt - wenn es gut läuft - ist jemand, der den Raum verändert. Die Eröffnung des Hitachi Columbus Centers in Mannheim war so ein Moment. Ein Vollholz-Bürogebäude, Co2-positiv, einzigartig im Süden Deutschlands. 250 Gäste. Zwei Fachpanels. Oberbürgermeister und zahlreiche Projektbeteiligte auf der Bühne. Und ich - bevor ich das Mikrofon in die Hand genommen habe - einfach nur still in diesem Gebäude.

Innenansicht HCC Mannheim / Gebäude-Impression - Der Hitachi Columbus Campus in Mannheim: Vollholz-Bürogebäude, einzigartig im Süden Deutschlands.

Ich bin schon viele Male als Moderatorin auf einer Bühne gestanden. Aber es gibt diese seltenen Momente, in denen man merkt: Dieser Raum ist anders. Dieser Auftrag ist anders.

Bevor ich das Mikrofon in die Hand genommen habe, bin ich durch das Gebäude gelaufen. Alleine. Ich habe nach oben geschaut. Und für einen Moment nichts gesagt.

Der Hitachi Columbus Campus - kurz HCC - in Mannheim ist ein Bürogebäude in Vollholzbauweise. Einzigartig im Süden Deutschlands. Gebaut von der Köster GmbH. Und es hat mich erwischt - auf eine Art, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können.

Wenn ein Bau-Event zur Bühne für echten Wandel wird

Die Köster GmbH hatte zur Fertigstellug ihres Leuchtturmprojekts eingeladen: 250 Gäste, zwei Fachpanels, Oberbürgermeister Christian Specht auf der Bühne. Vertreten waren alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben - vom Bauherrn 3iPro über den Mieter Hitachi Energy bis zur Frankfurter Volksbank Rhein/Main als Finanzierungspartnerin, dem Architekturbüro AllesWirdGut und dem Ingenieurbüro Bollinger und Grohmann.

Was diesen Nachmittag für mich aber besonders machte, war nicht allein die Gästeliste. Es war die Substanz hinter dem Projekt.

Hier wurde Nachhaltigkeit nicht als Marketingbotschaft verkauft. Hier wurde sie gebaut – in CO2-positiver Holzkonstruktion, mit vollständig rückbaubaren Deckenstrukturen, mit einem Anspruch an die Zukunft der Bauwirtschaft, der an diesem Tag ehrlich greifbar war.

Als Moderatorin ist meine Aufgabe normalerweise, Komplexität verständlich zu machen. Hier war die Komplexität bereits verständlich. Ich musste sie nur sichtbar machen.

Der Hitachi Columbus Campus: Ein Gebäude, das Grenzen überwindet

Ich sage das nicht leichtfertig: Der Hitachi Columbus Campus in Mannheim hat meine Vorstellungskraft übertroffen. Und ich habe schon viele Bauprojekte gesehen.

Das Gebäude ist in Vollholz gebaut - in Gebäudeklasse 5, was allein brandschutztechnisch eigentlich als unmöglich gilt. Es hat die höchste DGNB-Platin-Vorzertifizierung erhalten, die je vergeben wurde. Alle Bauteile sind rückbaubar - die Decke besteht aus Gehwegplatten, die sich irgendwann zur Straßenpflasterung weiterverwenden lassen. Und das Gebäude produziert mehr Energie als es verbraucht. Es ist, technisch gesprochen, ein Kraftwerk.

Was mich aber wirklich bewegt hat: Hier haben sich Menschen gefunden, denen die Zukunft wichtig ist - und die allen gezeigt haben, dass nachhaltiges Bauen in dieser Dimension möglich ist. Ohne Kompromisse beim Design. Ohne Abstriche bei der Aufenthaltsqualität. Das macht Hoffnung. Echte Hoffnung.

Was ich aus dieser Moderation über die Baubranche gelernt habe

Katharina Aguilar bei der feierlichen Moderation des HCC - Hitachi Columbus Campus in Mannheim

Kurz zu mir: Ich bin Katharina Aguilar – Keynote Speakerin und Moderatorin im DACH-Raum. Meine Verbindung zur Bauindustrie ist keine aufgesetzte: Als ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung eines Stuttgarter Architekturbüros habe ich Projekte in Retail, Kultur und Gastronomie verantwortet – gemeinsam mit Architekt:innen, Projektentwicklern und Bauunternehmen. Danach gründete ich mit 7places eine Innovationsagentur genau im Spannungsfeld zwischen Bauen und Zukunft. Heute bringe ich diese Perspektive als Beirätin für Smart City Solutions an der HfT Stuttgart und auf Bühnen der Bauindustrie – als Keynote Speakerin und Moderatorin für KI, Nachhaltigkeit, Innovation und Zukunft des Bauens.

Wer mich kennt, weiß: Ich gehe in jede Moderation mit einer klaren Haltung. Vorbereitung ist alles - aber Flexibilität gewinnt. Im Briefing hatte ich gelernt: Das Publikum ist primär männlich, aus der Bau- und Architekturwelt.

Was ich an diesem Abend erlebt habe: Die Menschen in der Bauindustrie wollen reden. Sie wollen diskutieren. Sie wollen den Wandel nicht erklärt bekommen – sie wollen ihn verhandeln. Auf der Bühne. Im Saal. Am Stehtisch danach.

Das ist genau der Moment, für den ich Moderationen liebe.

Panel 1 – „Verbindend. Verlässlich." brachte Bauherrn, Stadt, Mieter, Finanzierung und Köster selbst an einen Tisch. Die Reihenfolge war kein Zufall: Erst der Bauherr – was wollten wir erschaffen? Dann die Stadt Mannheim – welchen Rahmen braucht es dafür? Und am Ende Köster – was haben wir geliefert?

Panel 2 – „Wenn Standards nicht mehr reichen." war die schärfere Runde. Architektur und Ingenieurwesen. Die Frage dahinter: Wie weit müssen wir über das hinausgehen, was die Norm vorschreibt, um wirklich Relevantes zu bauen?

Es wurde heiß diskutiert, Menschen haben echte Geschichten aus dem echten Leben erzählt. Und das Wichtigste: Die besten Moderationen enden nicht mit Konsens – sie enden mit dem Gefühl: Jetzt denken alle weiter.

Ob Gebäudeeröffnung, Spatenstich, Richtfest, Fachtagung oder Kongress der Baubranche – jedes Format stellt andere Anforderungen an die Moderation.

Wenn Unternehmen der Bauindustrie eine Moderatorin buchen, denken viele zuerst an Ablaufkontrolle. Wer spricht wann, wie lange, in welcher Reihenfolge. Das ist die Basis – und sie ist wichtig.

Aber was ein Bau-Event wirklich trägt, ist etwas anderes.

Die Menschen in der Bauindustrie wollen nicht beschallt werden. Sie wollen verhandeln. Wandel diskutieren. Verantwortung benennen. Wer auf einem Panel über nachhaltiges Bauen, Transformation der Bauwirtschaft oder die Zukunft des Bauens spricht, tut das nicht im luftleeren Raum – er tut es vor Partnern, Kunden, Politik und der eigenen Belegschaft. Das ist Gewicht.

Ob Gebäudeeröffnung, Richtfest, Grundsteinlegung, Fachtagung oder Kongress der Baubranche – jedes Format stellt andere Anforderungen. Eine Grundsteinlegungsfeier braucht emotionale Wärme und symbolische Kraft. Ein Fachkongress braucht inhaltliche Schärfe und die Fähigkeit, komplexe Themen zwischen den Panels lebendig zu halten. Eine Gebäudeeröffnung – wie das HCC – braucht beides: den Moment der Feier und die Substanz dahinter.

Was all diese Formate verbindet: Das Publikum in der Bauindustrie ist anspruchsvoll. Es besteht aus Menschen, die jahrelange Projekterfahrung mitbringen, die Zahlen kennen, die wissen, wie Versprechen auf der Baustelle klingen – und wie sie sich anfühlen, wenn sie nicht gehalten werden. Wer diese Menschen moderiert, muss ihre Sprache sprechen. Nicht aufgesetzt. Sondern weil man sie wirklich kennt.

Genau das bringe ich mit. Einen echten Hintergrund in Architektur und Projektentwicklung, jahrelange Erfahrung an der Schnittstelle von Innovation, Technologie und gebautem Raum – und die Fähigkeit, auf einer Bühne Haltung zu zeigen, ohne die Kontrolle über den Raum zu verlieren. Der Ton einer Veranstaltung entsteht in den ersten 60 Sekunden. Ich sorge dafür, dass er stimmt.

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